Sind Arbeitnehmer über 50 ein Risiko für Arbeitgeber?

Über 50 = Arbeitgeberrisiko!

27.04.2020 | Arbeitgeber | 0 Kommentare

Kurz zusammengefasst

Meinung eines Unternehmers: „Ältere Mitarbeiter sind immer krank und ich bleibe auf den Entgeltfortzahlungskosten sitzen!“ Stimmt das? Oder sind die über 50-Jährigen gesünder als gedacht?

Kennst du schon Teil 1 meines Artikels „Mitarbeiter über 50 sind ein Arbeitgeberrisiko„? Noch nicht, dann solltest du diesen Artikel zuerst lesen.

Über 50-Jährige sind ein großes Risiko für Arbeitgeber: So viel ist wirklich dran (Teil 2)

Sind Mitarbeiter über 50 nicht mehr leistungsfähig?

Das gezeichnete Bild der älteren Kollegen scheint eindeutig: gebrechlich, langsam, runzlig und nicht leistungsfähig.Ich gebe es zu: Die Krankenquote der „Golden Ager“ liegt mit 22,4 Tagen über dem Durchschnitt von 18,5 Tagen* aller Mitarbeiter in Deutschland.

Dabei fällt sofort auf: Über 50-Jährige sind nicht öfter, sondern länger krank. Woran mag das liegen? Ältere Mitarbeiter fallen aufgrund Verschleißerkrankungen und chronischen Krankheiten aus. Das heißt, es steht beispielsweise eine Knie-OP an oder eine Reha. Das bietet Vorteile. Oft kann man sich als Arbeitgeber auf die Fehltage einstellen, sie im Arbeitsablauf berücksichtigen und sie mit einer Vertretung abfedern.

Gibt es noch weitere Vorteile für Arbeitgeber? In jeder Generation gibt es andere Wehwehchen und Häufungen und selbstverständlich darf man nicht alle über einen Kamm scheren.

Was bei der Generation 50+ allerdings nicht passieren wird:

  • Ein plötzlicher Anfall von Übelkeit am Montag nach ausgeprägten Feierlichkeiten am Wochenende – ausgeprägt bei Berufseinsteigern (auch bekannt als „Freitags-Krankheit“)
  • Regelmäßige Erkältungen, weil sich der Familienvater mehrmals pro Jahr bei seinem Kindergartenkind ansteckt
  • Eine erhöhte Unfallgefahr des Risikosportlers in der Midlife-Crisis.

Wir sehen hier sehr schön: Jede Altersgruppe birgt ihre ganz eigenen Gefahren.

Die wahre Ursache für Ausfälle

In welchen Bereichen sind Mitarbeiter am gesündesten?

Die Branche, die Unternehmensgröße und vor allem die Art der Tätigkeit spielen eine noch größere Rolle als das reine Alter. So sind Mitarbeiter der freien Berufe, also Anwälte, Architekten und Berater, nur sehr selten krank. Ganz unabhängig vom Alter. Im handwerklichen Bereich hingegen, beispielsweise im Baubereich, sind die Ausfallzahlen besonders hoch. Logisch: der körperliche Verschleiß wird in „Knochenjobs“ gefördert. Ganz vorne mit dabei ist die Volkskrankheit „Rücken“, knapp gefolgt von den psychischen Erkrankungen. Aber keine Sorge: Gerade diesen beiden Hauptursachen für krankheitsbedingte Absenzen können Arbeitgeber den Kampf ansagen.

Meine Tipps für Arbeitgeber:

Was kannst du tun, um die Gesundheit deiner über 50-jährigen Mitarbeiter zu fördern? Einige Ansätze:

  • Biete betriebliche Gesundheitsförderung und spezielle Maßnahmen für die Generation 50+ an. Wie wäre es mit Rückenkursen in der Arbeitszeit, Nordic-Walking-Laufgruppen am Feierabend oder höhenverstellbaren Schreibtischen?
  • Teilzeitmöglichkeiten und flexible Arbeitszeiten sind ein prima Instrument, um den Stresslevel herunterzuschrauben. Die wenigsten „Best Ager“ möchten rund um die Uhr erreichbar sein. Sie wollen stattdessen nach vielen Jahren harter Arbeit auch ihr Leben neben dem Job genießen und Dinge anpacken, die früher zu kurz gekommen sind.
  • Zeige Wertschätzung und Verständnis. Dadurch fühlen sich deine Mitarbeiter wohl an ihrem Arbeitsplatz und Zufriedenheit ist der wichtigste Faktor für psychische und körperliche Gesundheit. Gesunde Führung bedeutet nicht nur einen Obstkorb anzubieten, sondern ein „gesundes Arbeitsumfeld“ zu schaffen, in welchem sich Mitarbeiter entfalten können und mit Freude ihren Aufgaben nachgehen.

Es lohnt sich definitiv in die Gesundheit der „Best Ager“ zu investieren.

Meine Frage an alle über 50:

Fällst du wirklich häufiger aus, als deine jüngeren Kollegen? Und was tust du, um fit zu bleiben? Ich freue mich auf deine Erfahrungen – schreibe sie bitte einfach in die Kommentare unterhalb.

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